Der Morgenstern ist nächst Sonne und Mond das religionsgeschichtlich und mythologisch bedeutsamste Einzelgestirn. Die Kulturgeschichte kennt das Motiv des Morgensterns in vielfacher Entfaltung.
Generell wird als Morgenstern das hellste vor Sonnenaufgang hervortretende Gestirn bezeichnet, im besonderen der Planet Venus, wenn er in einem 19-Monate-Zyklus etwa sieben Monate lang deutlich vor der Sonne aufgeht. Auch Merkur tritt – wenngleich weniger augenfällig – als Morgenstern in Erscheinung, doch in Mitteleuropa nur maximal zwei Wochen im Herbst.
Morgen- und Abendstern sind identisch, was einstmals unbekannt war. Ihre Erscheinungzeit ist abhängig von der jeweiligen Position zur Sonne. Wenn Venus monatelang Morgenstern war, bleibt sie etwa drei Monate hinter der Sonne unsichtbar und wird dann für sechs bis sieben Monate Abendstern.
Gegenwärtig ist Venus Morgenstern von Januar bis Juli 2011 und wieder von Juni 2012 bis Anfang 2013.
In der Antike legte man dem Morgenstern den Namen Phosphoros bei (altgr. Φώσφορος: „Lichtträger“, „Lichtbringer“; lat. Lucifer) sowie auch die Bezeichnungen Eosphoros (altgr. Ἑωσφόρος: „Bringer der Morgendämmerung“) oder Proinos (altgr. πρωϊνός: „der Frühmorgendliche“). Den Abendstern, dem man seinerseits eine eigenständige physische Existenz zusprach, nannte man Hesperos. Auch nachdem beider Identität mit dem Planeten Venus erwiesen war, hielt die Antike an der Trennung von Morgen- und Abendstern als mythologischen Wesen fest.
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