Mittwoch, 13. Juli 2011

das gedicht ohne ende

ich will dein ort sein
deine ruhe und dein pol
südlich und nördlich

von überall deine richtung
dein kennzeichen
und dein augenmerk

für dich schön sein
und bei dir
in aller munde

ich will dein rahmen
deine fassung sein
die entlassung deiner angst

das opfer deiner taten
die verbannung
einer einzelhaft

deine bodenhaftung
dein verband und dein verein
für herzeangelegenheiten

die hauterweiterung
das ausmass deines körpers
im quadrat

dein geschlossener kreis
deine gebetsgruppe
mit stündlichen treffen

dein gewicht dein lot
die ausnahme
als bestätigung

die farbe weiss bevor
sie alle farben wird
und alle pinselstriche

auf den punkt gebracht
an den wunden stellen
und für dich stehen

im wörterbuch
als definition
von liebe

ich will dein leeres blatt sein
und alle buchstaben
die mit uns beginnen

das ende deines tages
dein vorrat an sternen
in der nacht

dein ausbruch dein halt
ein eingelöster gutschein
deine falle und dein köder

ein fallbeispiel und rettungsring
dein blauer fleck
das letzte andenken

an einen kampf
dein foto einer erinnerung
und das bild einer zukunft

dein unentdeckter planet
rechts vom siebten himmel
und alle wolken dieser erde

weil du gewitter magst
deine landschaft
mit haus am postkartenrand

dein fluguntericht
und die aussicht
auf mehr sanfte landung

deine wurzel deine gleichung
die rechnung die aufgeht
und der verlust aller zahlen

dein fundstück dein wert
die sammlung aller minuten
eines einzigen glücks

die hürde die du nimmst
dein anlauf
die wahrung deines inhalts

und die währung
für deinen aufenthalt
in wunderland

dein hang zum kitsch
und alle stummfilme
vertont

deine umstellung
auf sommerzeit
dein winterschlaf und

dein erstes graues haar
dein davor und danach
die luftveränderung

ohne wegzufahren
dein anker
der eisengehalt in deinem blut

das messer mit dem
wir uns einander teilen
dein voller teller leibgericht

dein angriff deine verteidigung
wenn alles gegen dich spricht
dein letztes wort

und deine unterschrift.


//

an einer struktur kann man arbeiten, kann man basteln und kleben, pflastern und zimmern,
das magsiche ... das besteht einfach. ohne zu fragen. - ich habe es nicht gebeten zu bleiben, doch es ist geblieben.


asphaltpoet - m.rilke
13. juli 2011

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